Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft

Anne/ April 25, 2014/ Schwangerschaft/ 0Kommentare

In manchen Büchern liest man davon. Ältere Frauen sagen so oft es geht „Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit!“ und greifen damit auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück. Und doch wird selten über die Gefahren von Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft geschrieben. Klar, ist ja alles toll und blumig und als Schwangere will man das Negative gar nicht sehen. Ging mir ja genauso. Aber wenn dann doch was passiert ist das Geschrei wieder groß, dass jemand hätte was sagen sollen.
Tja, so ging es mir. Kurz vor Weihnachten, pünktlich zum Hochzeitstag hatte ich endlich mal weniger Probleme mit der Übelkeit. Da fiel ich natürlich über meinen Mann her. Der Sex war wie immer. Es war auch nichts negatives zu spüren. Aber dann danach…
…klares Blut auf den Laken. Mehr als gewohnt.
Der Schock war groß!
Vor allem bei mir! Mein Mann versuchte es so ruhig wie möglich zu sehen.
Es war Wochenende. Die Hebamme und die Frauenärztin waren nicht erreichbar. Also rief ich in der Klinik an, wo wir auch in der darauffolgenden Woche die Feindiagnostik machen wollten. Ich sollte kommen und sie würden es sich anschauen. Was ich nicht wusste: Das St. Elisabeth Krankenhaus ist für solche Notfälle eigentlich nicht gerüstet und wir hätten in die Uni-Klinik fahren sollen. Aber die Herrschaften sagten dazu natürlich keinen Ton.
Also fuhren wir dorthin. Zuerst wurde ich an ein CTG angeschlossen. Mein erstes Mal! Immerhin war das bei den normalen Kontrolluntersuchungen noch nicht erforderlich. Mein Mann brachte mich währenddessen immer wieder zum Lachen und das verursachte einige Ausschläge bei diesem Ausdruck. Aber das war nicht schlimm und nur für uns zum Gaudi. Immerhin nahm das ein wenig der Anspannung.
Dann waren wir bei der Ärztin. Mein Mann musst an ihrem Schreibtisch sitzen bleiben während ich mich auf diesen furchtbaren Stuhl setzen musste. Und dann weitere Schocks für diesen Tag:
Die Ärztin hatte sich schon ihre Handschuhe angezogen und suchte noch die Instrumente zusammen. Also mit Handschuhen im Schrank kramen. Dann merkte sie, dass auf ihrem Hocker Dreck in Form eines Schuhabdrucks ist. Mit angezogenen Handschuhen wischte sie ihn weg. Und ohne sich neue Handschuhe zu holen untersuchte sie mich mit den nun doch schon irgendwie benutzten Handschuhen. Sie führte diese Finger in mich ein. Sie fasste die Instrumente und Tupfer mit diesen Handschuhen an. Und dann erdreistete sie sich noch mir zu sagen, dass die Blutung harmlos wäre, aber es dennoch ernste Folgen – wie eine Fehlgeburt – geben konnte. Ach ne, da wäre dann aber sie mit ihrem Sinn für Hygiene Schuld. Ich war so geschockt und merkte mir nicht mal den Namen der Frau. Egal wie stressig die Arbeit ist, die Hygiene sollte nicht vergessen werden!
Sie wollte mich für einige Tage im Krankenhaus zur Beobachtung aufnehmen. Ich weigerte mich. Auch zu Hause konnte ich mich ausruhen und musste diese Frau dort auch nicht sehen.
Den Hochzeitstag verbrachte ich dann auf der Couch und ließ mich von meinem Mann bedienen. Statt schick essen zu gehen bestellten wir uns was und faulenzten.
Den Montag war ich dann auch noch mal bei meiner Frauenärztin. Auch sie machte mir für den Fortbestand der Schwangerschaft keine große Hoffnungen mehr. Jedenfalls nahm ich ihre Kommentare so wahr. Und schon war ich für 3 Wochen krank geschrieben, um mich zu erholen.

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Über Anne

Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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