Wie konnte es nur passieren? Ja, Pokemon begleitet uns seit Jahren. ich mochte diese knuffigen Tiere und die Spiele schon als Teenie. Mein Sohn musste gezwungenermaßen auch in die Schiene rutschen und war bereits im Grundschulalter ein Tausch- und Sammeltalent. Aber das Thema war über Jahre zur Ruhe gekommen…
Nun ploppte es plötzlich wieder auf
Natürlich blieben wir bei den Nintendo-Spielen am Ball und kauften stets zur Veröffentlichung die neuen Pokemon-Spiele. Auch alte Games, ob als Original gebraucht gekauft oder über so eine Multikonsole, zogen bei uns ein. Doch seit Mai sind wir ganz aktiv dabei. Und wenn ich wir schreibe, dann meine ich wir.
Mein Sohn war mit Freunden zu einem YuGiOh-Kartenturnier. Ja, auch davon hat er diverse Karten, aber aktiver Spieler ist er nicht. Dabei entdeckte er, dass der Laden neben YuGiOh, Magic & Co. auch Pokemonkarten einzeln, als spielbare Kampfdecks oder Premiumsets verkauft. Und, oh Wunder, regelmäßig Turniere anbietet. Zak, kam das „Mama, da will ich mitmachen! Das kostet auch nur 5 Euro!“
Jupp, 5 Euro. Für jede Teilnahme. Aber egal, wenn er da auch mal andere Leute kennenlernt, die womöglich auf seiner Wellenlänge sind, beiße ich gern in den sauren Apfel und spende die 5 Euro.
Auf zum ersten Pokemon-Turnier
Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich dann plötzlich 4 Stunden in einem Laden voller Nerds sitze. An sich ist der Laden gut erreichbar und mein Sohn geht am Nachmittag auch mal allein dorthin. Aber die Turniere sind immer ab 18 Uhr und gehen eben 3-4 Stunden. So selbstständig der Kerl ist, er ist 13 und dazu auch noch niedlich und naiv. Den lasse ich ungern allein am späten Abend nach Hause tingeln. Also war ich mit dabei und musste schon nach dem ersten Turnier eine Ansage machen:
„Also, wenn du nun jede Woche daran teilnehmen willst, muss ich mitmachen. Doof rumsitzen ist auf Dauer nichts.“
Und ich muss dazu noch sagen, dass die anderen Teilnehmer motivierend waren. Sie sprachen mich darauf an, dass ich rumsitze und schlugen auch vor, dass ich mitmache.
Und zak, war ich dabei
Also kaufte ich mir schon am Tag nach diesem Turnier mehrere fertige Kampfdecks, ließ sie vom Kind überarbeiten und spielte ein paar Mal gegen ihn. Das Prinzip hatte ich schnell verinnerlicht. Aber meine Decks waren nicht gut zusammengestellt und ich hatte auch kaum Erfolg damit.
Da half die Community bei den Turnieren sehr weiter. Erfahrene Spieler schauten in meine Karten und gaben mir ein paar Tipps zum Optimieren und was ich unbedingt reinnehmen sollte. Leider hatte das zur Folge, dass mein Einkommen recht schnell vor allem für Pokemonkarten drauf ging. Wir waren bei den wöchentlichen Freundschaftsturnieren, gingen zu Prerelease (Neue Karten noch vor Veröffentlichung spielen) und nahmen auch an offiziellen Turnieren für Punkte in der weltweiten Wertung teil. Meine Freizeit gleicht damit einem wirklich verrückten Plan aus „Welcher Laden bietet welche Turniere an“.
Das Kind freut sich enorm, dass ich dieses Hobby mit ihm teile. Mein Mann denkt, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe. Und ich bin einfach dabei und mache immer ganz stolz einen der letzten Plätze.

Wie sieht es in Zukunft aus
Da es sich doch etwas zu einer Sucht entwickelt hat. Unter der ich leide, von der mein Sohn profitiert. Wird seit kurzem mit einem Budgetplaner gearbeitet. Ich plane sozusagen den Monat vor und lege mir das Bargeld für Teilnahmegebühren sowie geplante Käufe beiseite. Das klappt natürlich nur so gut, wie der Plan auch aufgeht und die Termine auch stattfinden. Aber grundlegend habe ich dadurch ein besseres Gefühl und auch mehr Kontrolle über meine Pokemon-Finanzen. Zumal es nicht mal bei den Pokemonkarten geblieben ist. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
Was wir nun alles unser eigen nennen und was am Ende Geldverschwendung war, berichte ich ein anderes mal.



