Früher las ich vor allem Bücher von amerikanischen Autoren. Nun ist es wirklich multikulti und manchmal auch verwirrend.
Über „Unmöglicher Abschied“ von Han Kang
Eines Morgens ruft Inseon ihre Freundin Gyeongha zu sich ins Krankenhaus von Seoul. Sie hatte einen Unfall und bittet Gyeongha, ihr Zuhause auf der Insel Jeju aufzusuchen, weil ihr kleiner weißer Vogel sterben wird, wenn ihn niemand füttert. Als Gyeongha auf der Insel ankommt, bricht ein Schneesturm herein. Der Weg zu Inseons Haus wird zu einem Überlebenskampf gegen die Kälte, die mit jedem Schritt mehr in sie eindringt. Noch ahnt sie nicht, was sie dort erwartet: die verschüttete Geschichte von Inseons Familie, die eng verbunden ist mit einem lang verdrängten Kapitel koreanischer Geschichte.
Meine Meinung zu „Unmöglicher Abschied“ von Han Kang
Ein Roman mit Gänsehaut-Faktor. Nicht wegen thrillermäßige Aspekten. Vielmehr wegen der Tiefe. Han Kang hat in „Unmöglicher Abschied“ einige emotionale, autobiografische Inhalte verarbeitet. Durch ihre Erlebnisse während des Massakers in Gwangju, die sie in ihrem Buch „Menschenwerk“ verarbeitet hat, war sie bereits emotional aufgewühlt und ließ dies in „Unmöglicher Abschied“ einfließen. Das gibt der Story einen ganz anderen Touch.
Es ist für mich auch positiv, dass der Klappentext nicht die gesamte Handlung vorweg nimmt. Das war in letzter Zeit bei vielen Büchern sehr auffällig und störte mich doch sehr. Hier steigt man nach 1/3 des Buches endlich in die weitere Handlung ein, die sich vor allem um ein lange verschwiegenes Massaker in Südkorea dreht. Ausgehend von der Insel Jeju.
Das Thema an sich ist recht brutal, dennoch schafft es Han Kang die Geschichte erstaunlich leise und sanft zu verpacken. Die Sprache erscheint fast so zerbrechlich wie der kleine, weiße Vogel, den Gyeongha schützen soll.
Bewertung: 5 von 5 Sternen
ISBN: 9783841237309
Verlag: Aufbau Digital
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