„Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?“ von Sophie Stava

Eine falsche Lüge

„Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?“ von Sophie Stava

Das Cover hat mich dazu verlockt…

Über „Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?“ von Sophie Stava

Sloane Caraway ist eine Lügnerin. Sie lügt, um sich interessanter zu machen. So auch bei ihrer ersten Begegnung mit Jay Lockhart, als sie vorgibt, Krankenschwester zu sein, und seiner kleinen Tochter hilft. Kurz darauf wird Sloane das Kindermädchen der Lockharts und freundet sich mit Jays Frau Violet an. Sie kann ihr Glück kaum fassen, Teil dieser privilegierten New Yorker Familie zu sein, und nimmt dafür weitere Lügen in Kauf. Auch, um Violet immer ähnlicher zu werden. Aber ist Sloane die Einzige, die lügt? Oder hat sie dieses Mal die Falschen belogen?

Meine Meinung zu „Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?“ von Sophie Stava

Das Cover ist ein echter Blickfang, der Klappentext klang vielversprechend – und der Einstieg war tatsächlich stark. Dank des lockeren Schreibstils war ich sofort drin und dachte: Okay, das könnte was werden. Sloane, die notorische Lügnerin mit großem Geltungsbedürfnis, war mir anfangs trotz allem sympathisch. Ihre Unsicherheit und ihr Wunsch, endlich mal jemand zu sein, der gesehen wird, waren greifbar. Gerade weil sie schon Mitte dreißig ist, wirkte sie anfangs angenehm anders als die üblichen, blutjungen Thriller-Heldinnen.

Aber dann… tja, dann wurde es zäh. Aus einem spannenden Ausgangspunkt entwickelte sich ein ziemliches Durcheinander aus Rückblicken, Selbstzweifeln und halbgaren Lügen. Und ehrlich: Für jemanden, der das Lügen angeblich perfektioniert hat, war Sloane erstaunlich schlecht darin. Viele ihrer Geschichten waren so durchschaubar, dass man sich als Leser fragt, wie Violet und Jay das bitte nicht merken konnten.

Die Spannung köchelte lange auf Sparflamme, und erst sehr spät kam so etwas wie Thrill auf. Der große Twist – den man als Höhepunkt verkaufen möchte – war für mich eher ein Schulterzucken wert. Eher verwirrend als clever.

Was gut funktioniert: Der Perspektivwechsel. Wenn Violet und Jay zu Wort kommen, bekommt die Geschichte endlich mehr Tiefe und ein paar frische Wendungen. Aber das allein hat die langatmigen Passagen und die Vorhersehbarkeit leider nicht mehr rausgerissen.

Sloane hat für mich im Verlauf massiv an Sympathie verloren. Ihre obsessive Art, ihre peinlich ungeschickten Lügen und das ständige Herumlavieren zwischen Fantasie und Realität waren irgendwann mehr nervig als spannend.

Unterm Strich: ein Buch, das viel verspricht, aber sein Potenzial grandios verschenkt. Ein starker Anfang, ein müder Mittelteil, ein enttäuschendes Ende. Optisch top, inhaltlich… na ja. Von mir gibt’s 3 Sterne – mit Tendenz nach unten.

Bewertung: 3 von 5 Sternen
ISBN: 9783596711697
Verlag: Fischer Verlage
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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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